Dienstag, 24. April 2012

75.000 Erwerbslose benötigen zusätzlich Hartz IV

... so die Schlagzeile heute auf der Startseite der Süddeutschen. Auch bei Spiegel und Co. lassen sich ähnlich Artikel finden. "Zahlen der Nürnberger Behörde hatten bereits Ende Dezember eine Diskussion über die Arbeitslosenversicherung ausgelöst: Danach ist jeder vierte Beschäftigte, der arbeitslos wird, sofort auf Hartz IV angewiesen - auch weil es vielen Betroffenen erst gar nicht gelingt, genügend Ansprüche für das ALG I zu sammeln." "Damit werde 'die Lebensleistung dieser Menschen mit Füßen getreten. Sie haben Vollzeit, etwa als Wachmann oder Floristin, gearbeitet und müssen sich nun der unwürdigen Hartz-IV-Prozedur unterziehen', sagte [Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands]." (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/arbeitslosengeld-i-unter-existenzminimum-erwerbslose-benoetigen-zusaetzlich-hartz-iv-1.1340090)


Und ein weiteres Kapitel im Werk "Gesellschaftskritik ohne größeren Zusammenhang". Auch wenn ich es nur befürworten kann, diese Thematik auf den Tisch zu bringen, fehlt dem ganzen doch leider oft die Weitsicht und eine Einbettung in das "großes Ganze".
Ist das Hauptproblem nicht eigentlich ein viel größeres? Das Arbeitslosengeld wird auf Grundlage des vor der Arbeitslosigkeit erwirtschafteten Gehaltes berechnet. Wenn also bei vielen das Arbeitslosengeld nicht zu reichen scheint, dann kann das Gehalt vorher auch schon nicht ausreichend gewesen sein. Wenn Menschen also für ihre Vollzeitarbeit auch wieder voll und verhältnismäßig entlohnt werden würden, dann wäre auch das Aufstocken mit Hart IV bei Arbeitstätigen und Arbeitslosen nicht mehr nötig. Es kommt nämlich hinzu, dass nicht nur Arbeitslose aufstocken müssen! In Braunschweig z.B. - so ein Studie der Diakonie Braunschweig - muss jede/r zweite Alleinerziehende/r in Erwerbsarbeit ebenfalls auf Hartz IV Leistungen zurückgreifen, weil das normale Gehalt nicht mehr ausreicht. Auch darüber gab es schon reichlich zu lesen, aber auch Zusammenhangslos.

Wann fangen wir uns endlich einmal an zu fragen in was für einem Land wir leben wollen?

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